Da es die Hauptaufgabe des aktiven Corps der Prinzengarde ist, “dem amtierenden Prinzenpaar der Narrenherrlichkeit Viersen während seiner Session als Begleitung für karnevalistische Veranstaltungen zur Verfügung zu stehen”, könnte man glauben, da die meisten Termine und Veranstaltungen sich kaum ändern, sich auch noch an den selben Lokalitäten abspielen, dass alles abläuft “wie gehabt”, wenn es gut geht und bekanntlich hat et noch immer joot jejange. Also könnten wir die Chronik mit diesem Hinweis schon hier beenden.

Doch Heraklit, der altgriechische Philosoph fand heraus: “Man kann nicht zweimal in den selben Fluss steigen. Alles fließt”. Also schaun wir mal.

Unsere Gardetour führt uns in Grefrather Sporthotel, wo Jugenderinnerungen in der Disco “La Cave” geweckt wurden, die Anreise per Paddelboot oder Auto stattfand, wo Radtour und Planwagenfahrt durch ein vielseitiges “olympisches” Programm aufgelockert wurden und unsere wunderschöne linksrheinische Heimat durch die Blume eines frischen Bieres genossen wurde. Hallo Freunde, denkt an die schöne Brasilianerin beim Abschiedsdinner! Dank an Berry, Christof (Schläger) und Thorsten!

Beim Sommerfest konnte das Gefühl aufkommen, der Heraklitische Fluss sei ins Stocken geraten, wäre da nicht die Taufe von Rudi Presch als aufgeblasenen Superchinesen gewesen um ein Programm herum , das uns alle begeisterte. Diesmal zeichneten Michael Kempken, Jakob Strötges und Christoph Grundmann für die Show verantwortlich.

Das Fest sollte dann im Frühjahr 2010 durch eine Gardeparty speziell für unsere Senatoren ergänzt werden und so geschah es denn auch.

Normalerweise würde man in einer Sessionsrückschau den Ordensabend des Festausschußes Viersener Karneval nicht erwähnen, da er leider unter der Rubrik “wie gehabt” abzulegen ist. Doch jetzt fand er in unserem Hauptquartier Kaisermühle statt. Da gab es nicht den großen Abstand zwischen Bühne und Publikum, hier waren die Räume zum Bersten gefüllt. Alle, die Vertreter der Gesellschaft, Senatoren, Exprinzen, Gardisten etc. standen Seite an Seite, ob sie wollten oder nicht und wie sie wollten. Alle ohne Ausnahme. Da kam sofort ein großes Gemeinschaftsgefühl auf.

Das Prinzenpaar in spe Uwe II. und Sabine I. wurden mit ihrer Begleitung vorgestellt und wenn es unter Karnevalisten so etwas wie “Liebe auf den ersten Blick” oder doch besser “Ein Herz und eine Seele” gibt, dann war es genau das. Man segelte auf der gleichen Wellenlänge und die von Herzen kommenden närrischen Worte des zukünftigen Prinzen wurden begeistert aufgenommen.
Der General- und Ordensappell ist bei wachsender Teilnehmerzahl unserer Senatoren ein Highlight in der Session. Unser Kommandant Eric glänzt dann mit neuen Ideen uns schlagfertigen Kommentaren, und viele feierten begeistert durch bis in den frühen Abend.

Die Session hatte einen grandiosen Auftakt erlebt und wurde unter das Gardemotto “Karneval mit Herz” gestellt. Die Weihnachtsfeier fand wieder in Gardeuniform statt und unser Erfolgsduo als Nikolaus und Knecht Ruprecht, Christoph Hölters und Berry, diesmal mächtig aufgeblasen, trafen mit ihren witzigen Kommentaren den Nagel auf den Kopf.

Wie unser 1. Vorsitzender schon erwähnte, wir hatten eine Supersession.
Das Prinzenpaar und die Begleitung, immer stark vertreten gaben eine ausgesprochen gute Figur auf der Bühne ab. Da kam Freude auf, wenn man als Gardist dabei sein durfte.

Natürlich prägte unsere Tanzgarde jeden Auftritt in besonderem Maße. Unter der Leitung von Jo Classen und der von Andreas Pesch ausgesuchten schmissigen Musik zauberten unsre “Tanzbären” einen auch choreographisch herausragenden Tanz (Dank sei Inge Fauth) auf die Bretter, obwohl nicht wenige glaubten, die letztjährige Darbietung sei unschlagbar. Also doch: “Alles fließt, nichts bleibt so wie es ist”.

Unsere Regimentstöchter Susanne und Sandra sind nun einmal herausragend und die Sandra ist einfach Extraklasse und beide tragen ganz wesentlich zu unserem Erfolg auf der Bühne bei.

Wir wollen natürlich auch erwähnen, dass Christoph Hölters zum “Cheriff” vom Hamm gekürt wurde und dass die gesamte Prinzengarde der Roahser Jonges uns bei unsren Auftritt auf dem Gerresheimer Biwak prächtig unterstützte.
Will man ein Fazit ziehen, so muss man uneingeschränkt feststellen: noch nie war es in einer Session so kalt wie in dieser, dennoch war es eine herausragende Session, voller Harmonie untereinander und in enger Gemeinschaft mit dem Prinzenpaar, der Begleitung, dem Kanzler und dem Geschäftsführenden Senat. Das Ziel des Karnevalisten ist es, Freude daran zu haben, anderen Menschen Freude zu machen. Das ist uns wieder voll gelungen und die gemeinsam empfundene Freude, egal bei welcher Gelegenheit, schweißt uns zusammen. So muss es weitergehen zum Wohle aller.

Doch wollen wir auch mit unserem 1. Vorsitzenden kritisch anmerken, dass die Disziplin an den Tischen im Saal ein wenig nachgelassen hat. Überlassen wir anderen die Theken. Sie brauchen sie zur Bewältigung ihrer existentiellen Probleme.

Das Verhältnis zum FAVK ist sehr gut. Unsere Vertreter im Vorstand des FA, Walter und Christof, leisten hervorragende Arbeit. Der neue Kanzler Dirk Mangold hat sich ausgezeichnet eingearbeitet und es macht Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Für uns ist der Freitagabend vor Fastnachten in der Kaisermühle, frei von allen Terminen, ein weiterer Höhepunkt. Christof Schläger und Eric Tillmanns als Festkomitee geben das Zeichen zur närrischen Hatz und alle, gut vorbereitet und bis zur Unkenntlichkeit kostümiert, lassen in Dialogen, Liedern, Tanzeinlagen etc. “die Karnevalssau raus”, selbst das Festkomitee griff diesmal ein. Es war wieder einmal unbegreiflich eindrucksvoll und in den frühen Morgenstunden brauste ein Gesang wie Donnerhall durch die Mühle: “So ein Tag, So wunderschön wie heute…”.

Der Karnevalsausklang nach dem Zug in der Kaisermühle im Kreise unserer Familien und mit dem Prinzenpaar ist nicht nur für unsere Kinder ein wunderschöner Abschluss.

Das Fischessen in der Kaisermühle mit der Hoppeditzbeerdigung und dem offiziellen Ende der närrischen Regentschaft des Prinzenpaares der Narrenherrlichkeit Viersen ist ein würdiger Rahmen am Ende einer erlebnisreichen, freudvollen, phantastischen Session.

Doch bekanntlich wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Und da sind wir wieder bei Heraklit: “Nichts bleibt so wie es ist”. Zu unserem größten Bedauern mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass unser 1. Vorsitzender Prof. Dr. Roland Hille nach 16 Jahren Vorstandstätigkeit, davon die letzten 10 Jahre als 1. Vorsitzender, aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen seinen Zeitplan nicht mehr so gestalten kann wie es für die Führung eines so bedeutenden Vereins wie die Prinzengarde der Narrenherrlichkeit Viersen erforderlich ist und deshalb nicht mehr für ein Amt kandidieren würde. Das zeugt von großem Verantwortungsgefühl. Wir haben Roland viel zu verdanken. Mit großem Einsatz und einer klaren Zielsetzung ist er unbeirrt, aller Anfeindungen zum Trotz seinen Weg zum Wohle der Garde gegangen. Gerade als einige wenige die Existenz der Garde leichtfertig aufs Spiel setzten, hat er charakterfest und mit starkem Durchsetzungsvermögen unser Narrenschiff auf Kurs gehalten und wieder in ruhigere Gewässer gesteuert. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Darüber hinaus hat er sich bemüht, den nun aufgezeichneten Weg mit Hilfe seiner Vorstandskollegen weiterzugehen. Mit Erfolg! Nie stand die Garde so gut da wie heute. Wir verlieren einen 1. Vorsitzenden, aber wir behalten einen guten Freund und treuen Kameraden. Mit einem Trauerkloß im Hals wollen wir nicht aus der vergangenen Session gehen. Dazu besteht kein Anlass. Denken wir an die schönen Stunden, z.B. an ein Ereignis, das uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird, an die stilvolle Hochzeit unseres 1. Vorsitzenden Prof. Dr. Roland Hille mit seiner charmanten und reizenden Iris in der Pfarrkirche zu Helenabrunn, der wir Gardisten in vollem Ornat beiwohnten. Und an die zukünftigen schönen Stunden.

Die Garde hat eine schmissigen Parademarsch. Kräftige Sänger werden gesucht. Uraufführung in der nächsten Session und es wird einen neu gestalteten Wagen im Tulpensonntagszug geben. Und einen neuen Vorstand haben wir auch: 1.Vorsitzender Guido Pockrandt und Stellvertretender Vorsitzender Christoph Grundmann Zwei gute Leute.

Wir wünschen Euch viel Glück und viel Erfolg! Nachdem Heraklit schon dran glauben musste, darf der alte Goethe nicht fehlen, er kannte das Leben.

“Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis, wenn man ihn wohl zu pflegen weiß”.

Es lebe unsere Prinzengarde! Dreemoal Viersche Helau!