Goethe schrieb einst: „Im Anfang war die Tat.“ – Und manchmal braucht es eben genau diese Tat, um aus einer Idee etwas Neues entstehen zu lassen. Im Sommer wagte der neue Vorstand etwas und verwandelte kurzerhand einen Stammtisch in einen Festivalbesuch. Wir blieben natürlich in Viersen und besuchten das Open Air am Hohen Busch, ein bisschen anders als gewohnt, aber mindestens genauso gesellig – auch das kann die Prinzengarde.

Dann ging es weiter, wie könnte es anders sein, mit unserem Sommerfest. In der Gesellschaft Erholung ließ es sich bei bestem Wetter wieder hervorragend feiern. Ein besonderer Höhepunkt war natürlich die Taufe unserer vier Neuen Florian, Sven, Henrik und Frederik. Damit diese auch wirklich wussten, worauf sie sich eingelassen hatten, wurde die Taufe in diesem Jahr zunächst im Kaisermühlenteich begonnen. Ob dieser Teil der Zeremonie bei den Täuflingen auf ungeteilte Begeisterung stieß, darf an dieser Stelle offenbleiben.

Dann stand auch schon unsere Gardetour nach Münster auf dem Programm. Für die Organisation ließen sich Gero und Christof gewinnen. Vor Ort wurden wir vom Prinzen von Münster, Sascha I., herzlich empfangen. Was als kultureller und freundschaftlicher Besuch begann, entwickelte sich erwartungsgemäß zu einem feucht-fröhlichen Abend.

Auch unsere Stammtische erfreuten sich wieder großer Beliebtheit und waren stets gut besucht. Das mag an den wechselnden Lokalitäten liegen, vielleicht symbolisiert es aber auch einfach nur unseren hervorragenden Corpsgeist.

Der Gardeappell stand in diesem Jahr unter einer besonderen Überschrift. Erstmals führte unser neuer Kommandant Marius durch den Tag. Dabei gelang es ihm recht schnell, die richtige Mischung aus Tradition, Kameradschaft und guter Laune zu finden. Besonders erfreulich war, dass wir auch in diesem Jahr wieder zahlreiche neue Senatoren für unseren Verein begeistern konnten. Die Garde wächst – und das nicht nur an Erfahrung (und Lebensjahren).

Dann war es endlich wieder soweit: Der 11.11. stand vor der Tür und mit ihm der offizielle Start in eine neue Session.

Mit Wolfgang und Estefania durften wir ein Prinzenpaar begrüßen, das uns mit viel Freude und Herz durch die Session begleitete. Natürlich nicht allein, sondern mit einer tollen und erfahrenen Begleitung.

Bei der Prinzenproklamation am 14.11. konnten unsere Tänzer wieder einmal zeigen, was in ihnen steckt. Mit Einsatz und Körperbeherrschung begeisterten sie die Narrenschar und sorgten dafür, dass die Prinzengarde auch in dieser Session ihrem Ruf gerecht wurde. Auf unsere Regimentstochter Anna-Lena war dabei wie immer Verlass. Top vorbereitet, bestens aufgelegt und – wie man heute sagt – on-point.

Im Januar begann der Saalkarneval. Unser Prinzenpaar wusste sich auf jeder Sitzung in die Herzen der Jecken zu spielen und jeder im Saal spürte, wieviel Spaß sie an ihrem Prinzenspiel hatten.

Für das erste Highlight der Session müssen wir gedanklich zurück zur FKV-Galasitzung 2025, als unser Kommandant a.D. Eric die damaligen Vorsitzenden Christoph und Marius in einer Wette an den FKV verlor. Pünktlich zum FKV Wochenende 2026 wurden die beiden dann zur Einlösung des Wetteinsatzes abgeholt und durften sich einmal in allen Abteilungen des Kränzchens als nützlich erweisen. Frisch gestärkt, gewaschen und gekämmt durften wir sie im Anschluss an die Altensitzung dann wieder in Empfang nehmen.

Eine besonders schöne Auswärtsfahrt führte uns nach Bracht. Bei guter Stimmung und dem ein oder anderen Getränk zeigte sich dabei, dass in unseren Reihen offenbar noch das eine oder andere bisher unentdeckte Musiktalent schlummert. Der Auftritt selbst war gelungen, aber auch das gemeinsame Drumherum machte diese Fahrt zu einem besonderen Erlebnis.

Ein weiterer Höhepunkt war unser Auftritt in Düsseldorf beim Biwak der Prinzengarde Düsseldorf. Wir wurden herzlich aufgenommen und kamen dort ausgesprochen gut an. Es ist immer schön zu erleben, dass die Freude und die Begeisterung, die wir selbst am Karneval haben, auch außerhalb von Viersen auf fruchtbaren Boden fallen.

Ganz nach alter Gardetradition durfte natürlich auch der Gardefreitag nicht fehlen. Unter dem Motto „Schützenfest“ wurde ausgiebig gefeiert. Das durchweg positive Feedback der geladenen Gäste zeigte uns, dass wir mit unseren Auftritten offenbar ins Schwarze getroffen hatten.

Dann folgte der Tulpensonntag und damit der krönende Abschluss unserer Session. Nach einem tollen Fest der Freude unseres Oberkuraten Roland Klugmann begleitete strahlender Sonnenschein unseren Zug durch Viersen. Die im Vorjahr eingerichtete Familienzone mit begrenzter Lautstärke wurde dabei durchaus unterschiedlich aufgenommen. Die einen begrüßten die etwas leiseren Töne, während andere offenbar der Meinung waren, dass Karneval und Ruhe grundsätzlich zwei Dinge sind, die nur schwer miteinander vereinbar sind.

Mit dem Fischessen am Aschermittwoch ging wieder eine ereignisreiche Session zu Ende. Viele schöne und unvergessliche Stunden durften wir auch in diesem Jahr gemeinsam verbringen.

Und auch wenn der Verlust von liebgewonnen Gardisten die Freude, die wir selbst so lieben, überschattet, stehen wir als Gardefamilie zusammen. Genau dann, wenn das Leben unter dunklen Wolken weitergehen muss, singen wir in glücklicher Erinnerung an unsere Weggefährten unser Lied: “Ejal, wat och passeertWir sind die Garde!

Mit einem leisen, aber stolzen,
Dreemol Viersche Helau!

Für den Vorstand
Jens Ackermann